Mehr als 2000 Jahre Geschichte haben ihre Spuren hinterlassen. Nicht nur der Kölner Dom, Meisterwerk der Gotik, zeugt von einer längst vergangenen Zeit. Gehen Sie auf die Reise und besuchen Sie Kölns zahlreiche Sehenswürdigkeiten, darunter Bauwerke, Skulpturen und Gärten, die einen Eindruck vermitteln - des alten und des modernen Kölns.
Der Dom St. Peter und Maria, Baubeginn 1248, Vollendung 1880. Weltkulturerbe und größte Kathedrale Deutschlands; fünfschiffige gotische Basilika mit dreischiffigem Querhaus. Grabeskirche der Heiligen Drei Könige; Bischofs-, Kapitel- und Wallfahrtskirche.
Ausstattung:
Goldener Dreikönigsschrein (um 1200)
Gerokreuz, erstes Monumentalkreuz in Nordeuropa
(vor 1000)
"Dombild", Altar der Stadtpatrone von Stephan Lochner (um 1450)
Glasmalereien der Fenster (mittelalterlich: 1.350 m2)
geschnitztes Chorgestühl (14. Jhd.)
Chorschrankenmalereien (14. Jahrhundert)
Neue "Schwalbennest"- Orgel im Langhaus
(seit 1998, Gewicht 30 Tonnen).
Öffnungszeiten:Der Kölner Dom ist täglich durchgehend von 6 bis 19.30 Uhr geöffnet. Während der Gottesdienste ist eine Besichtigung des Domes nicht möglich.
Weitere Informationen zum Dom sowie zu den Gottesdiensten erhalten Sie unter www.koelnerdom.de.
Kölner Altstadtpanorama
Urkölsches Quartier
Er steht in keinem Gothaer Kalender und doch füllt er viele
Seiten des Kölner Telefonbuchs: der "kölsche Adel" derer von "Schmitz". Beinahe eine Selbstverständlichkeit ist es also, dass diesem bodenständigsten aller Familiennamen der Stadt in dem Viertel ein Denkmal gesetzt wird, wo Köln am kölschesten ist, in der Altstadt.
Wahrzeichen des Quartiers: Groß St. Martin
Dieses gleichermaßen urkölsche Quartier und hochattraktive Touristenziel erwartet Gäste aus aller Welt. Unmittelbar am Rhein gelegen, durch die Häuschen mit schmalem Giebel und hohen Dächern unverwechselbar, breitet sich die Altstadt da aus, wo die historischen Wurzeln der römischen Colonia Claudia Ara Agrippinensium liegen. Damals noch durch einen Rheinarm vom Flussbett getrennt, gruppierte sich um diesen Hafen dann im Mittelalter das eigentliche "Cityleben".
Beherrschendes Wahrzeichen des Quartiers ist die Romanische Kirche Groß St. Martin, in der Kölner Skyline bis heute ebenbürtiges Pendant zum Dom. Groß St. Martin hat viel Stadtgeschichte hart am eigenen Leibe miterleben müssen. Im zehnten Jahrhundert als Teil eines Benediktinerklosters von Erzbischof Bruno erbaut, wurde die Kirche im Jahre 1150 Raub der Flammen eines großen Stadtbrandes. Der anschließende Neuaufbau überdauerte dann einige Jahrhunderte, bis die alliierten Bomben im 2. Weltkrieg der Basilika wieder hart zusetzten. Erst in den Achtziger Jahren war sie vollends im alten Glanz wiedererstanden.
Das Stapelhaus, Symbol der Handelsmetropole
Aber nicht nur die Kirche, das ganze Martins-Viertel blieb von Zerstörung und Verwüstung nicht verschont. Beredtes Zeugnis davon gibt das Stapelhaus, direkt am Rheinufer gelegen. Es wurde nach dem Krieg zwar wiederaufgebaut ähnlich seinem klassischen Vorgänger, aber eben nur ähnlich. Das Stapelhaus ist Symbol der bis heute lebendigen Handelsmetropole (zeitweilig gar "Hansestadt") Köln, verkörperte es doch das sogenannte Stapelrecht. Auf Rheinschiffen an Köln vorbeischippernde Warenladungen konnten im Mittelalter auf Wunsch des städtischen Zolls "gestapelt" werden. Das heißt, sie durften nicht sofort an ihren Bestimmungsort verfrachtet, sondern mußten zuerst in Köln zum Verkauf angeboten werden.
Die Altstadt, damals Mittelpunkt der Kauffahrtei der Rheinmetropole, ist heute eher Zentrum von Entspannung und Lifestyle. Die "Hüsjer bunt om Aldermaat sin Zeujen kölscher Eijenaat"- wie es in einem Karnevalslied heißt - stellen ihr Interieur heute typischen Kneipen, Jazzlokalen, Theatern, Galerien und Restaurants zur Verfügung. Bemerkenswerte Architektur bieten unter ihnen besonders das Weinhaus "Zum Walfisch" oder das weiße "Haus Delft" direkt am Rheingarten. Als Quartier, wo Köln als am kölschesten gilt, setzt es aber nicht nur dem kölschen Adel Schmitz ein Denkmal, sondern auch anderen, die überregional für "et kölsch’Hätz"(Herz) stehen. Ob Volkssänger Willi Ostermann auf einem Brunnen oder Volksschauspieler und Ehrenbürger Willi Millowitsch als sitzende Plastik oder die Repräsentanten des Kölner Humors, Tünnes und Schäl, als Bronzefiguren - sie alle sind im Martinsviertel verewigt.
Zeugen derben kölschen Humors: „Platzjabbeck“ und "Kallendresser"
Apropos: Kölscher Humor. Er wird zuweilen als derb, in jedem Fall aber als despektierlich mit Blick auf die Obrigkeit skizziert. Davon geben zwei Kuriositäten in der Altstadt beredtes Zeugnis. Da ist zunächst der „Platzjabbeck“. Vom Ratsturm streckt das Männergesicht mit Schlapphut und Bart zu jeder vollen Stunde Richtung Alter Markt die Zunge heraus. Symbolisch soll er zeigen, wieviel die Kölner Bürger von ihren Repräsentanten im Rathaus halten.
Nicht weniger derb betätigt sich der "Kallendresser".
Er zeigt von der anderen Seite des historischen Marktplatzes her gar seinen blanken Hintern in Richtung Rathaus. Ein Kölner Original der Nachkriegszeit, der inzwischen verstorbene Jupp Engels, gründete nach dem Vorbild des "Dachrinnenscheißers" - das bedeutet nämlich der Name Kallendesser auf Hochdeutsch - den Kallendresser-Orden, einen Honoratioren-Klub der Brauchtumsfreunde. Zu den prominentesten Ordensmitgliedern gehörte der frühere schwedischen König Gustav VI. Adolf.
Museen
Das Römisch-Germanische Museum
Das römische Mosaik mit Szenen aus der Welt des Dionysos (um 220/230 n. Chr.) und der rekonstruierte Grabbau des Legionärs Poblicius (um 40 n. Chr.) sind wohl die bekanntesten Werke des Römisch-Germanischen Museums in Köln. Seine Sammlung schöpft aus dem archäologischen Erbe der Stadt und ihres Umlandes von der Urgeschichte bis zum frühen Mittelalter. Glanzpunkte sind die weltweit größte Sammlung römischer Gläser sowie eine herausragende Kollektion römischen und frühmittelalterlichen Schmucks.
Zahlreiche Funde zum römischen Alltagsleben führen den Besucher mitten in die römische COLONIA CLAUDIA ARA AGRIPPINENSIUM. Römische Architekturteile, Inschriften, Porträts, darunter Bildnisse des Kaiserpaares Augustus und Livia, Keramik u. a. vermitteln eine Vorstellung der Stadtentwicklung des römischen Köln vom Zentralort der germanischen Ubier zur Stadt römisches Rechtes und Hauptstadt der kaiserlichen Provinz Niedergermanien. Neben Mosaiken zeugen Wandmalereien von der reichen Ausstattung der Häuser. Die Götterkulte italischen und einheimischen, aber auch orientalischen Ursprungs werden durch Bildwerke aus Stein, Bronze und Ton lebendig. Die ebenfalls ausgestellten Funde aus der Urgeschichte stammen aus der Stein-, Bronze- und aus der Eisenzeit aus Köln, dem Rheinland und von ausgewählten europäischen Fundplätzen.
Das Römisch-Germanische Museum der Stadt Köln ging 1946 aus der Römischen und Germanischen Abteilung des Wallraf-Richartz-Museums hervor. Der 1974 eröffnete Bau neben dem Dom steht auf den Mauern der 1941 entdeckten römischen Stadtvilla mit dem weltberühmten Dionysos-Mosaik und an der Stelle der mittelalterlichen Kaiserpfalz. Das Museum ist zugleich das Amt für Archäologische Bodendenkmalpflege der Stadt Köln. Es erfüllt eine dreifache Aufgabe: Forschungsstätte, Archäologisches Archiv der Stadt Köln und öffentliche Sammlung.
Das Präsentationskonzept für die Schausammlung erregte internationales Aufsehen und machte das Römisch-Germanische Museum - bis heute - zu einem der bestbesuchten Museen in Deutschland.
Kölnisches Stadtmuseum
Die Kölnische Stadtmuseum gibt einen Einblick in Geschichte, Geistesleben, Wirtschaft und Alltagsleben Kölns und seiner Bewohner vom Mittelalter bis in die Gegenwart.
Beim Rundgang werden die Besucher zunächst mit Köln-typischen Phänomenen wie Klüngel, Kölsch, Karneval, Hänneschen-Theater, Kölnisch Wasser sowie dem - in Köln erfundenen - Otto-Motor und Ford vertraut gemacht. Dann steht im Erdgeschoss die politische Geschichte Kölns vom späten Mittelalter bis in die Nachkriegszeit im Mittelpunkt. Köln war während des Mittelalters die größte Stadt nördlich der Alpen. 1288 konnte sich die Stadt in der Schlacht bei Worringen von der Herrschaft des Kölner Erzbischofs lösen. 1396 errangen die Zünfte und Kaufmannsgilden die Stadtherrschaft und gaben sich in dem „Verbundbrief" eine zunftdemokratische Verfassung, die 400 Jahre lang Gültigkeit hatte. Die Reichsstadt fand 1794 ihr Ende, als die französischen Revolutionstruppen die Stadt besetzten. Köln gehörte anschließend 20 Jahre lang zu Frankreich. Seit dem Wiener Kongress war die rheinische Metropole eine preußische Provinz- und Festungsstadt. 1848 bildete sich hier, wo Karl Marx Redakteur der „Neuen Rheinischen Zeitung" war, ein Zentrum der Revolution. Mit der Errichtung des Deutschen Reiches 1871 söhnten sich die Rheinländer mit den Preußen aus. Das 20. Jahrhundert stellt sich dar als Kaleidoskop der Ära Konrad Adenauers als Kölner Oberbürgermeister in den 1920er Jahren, der Zeit des Nationalsozialismus mit der Zerstörung der Stadt im Zweiten Weltkrieg und der Nachkriegszeit.
Im oberen Teil der Dauerausstellung werden kultur- und wirtschaftsgeschichtliche Themen vorgestellt wie Volksfrömmigkeit, Reformation und jüdisches Leben, Schule und die 1388 von Bürgern gegründete Universität. Die Besucher erfahren auch Interessantes über Bürgertum und Wohnkultur, Wirtschaft und Verkehr in Köln mit den Schwerpunkten auf der Zeit um 1600 und um 1900 .
In der benachbarten Alten Wache - einem klassizistischen Bau aus preußischer Zeit - werden Sonderausstellungen zu Kölner Kunst und Geschichte gezeigt. Sie kann auch für Veranstaltungen gemietet werden.
Museum Ludwig
Roy Lichtensteins "Maybe", Andy Warhols "Brillo Boxes" oder George Segals „Restaurant Window", Ikonen der amerikanischen Pop Art, waren gerade vollendet, als sie 1969 als Leihgabe ins Wallraf-Richartz-Museum einzogen. Die Werke stammen von Peter und Irene Ludwig, die die größte Pop Art Sammlung außerhalb der USA zusammengetragen haben.
Durch die Schenkung von rund 350 Werken moderner Kunst des Ehepaars Ludwig wurde 1976 das Museum Ludwig gegründet. Es sollte als erstes Museum in Köln Kunst der Gegenwart ausstellen. Neben der Pop Art gaben die Ludwigs noch eine umfangreiche Sammlung der Russischen Avantgarde aus der Zeit von 1906 bis 1930 sowie ein Konvolut von mehreren hundert Arbeiten Pablo Picassos als Dauerleihgabe in das neue Museum. Die Werke Picassos sind in zwei großzügigen Schenkungen 1994 und 2001 inzwischen in den Besitz des Museum Ludwig übergegangen.
Die moderne Abteilung des Wallraf Richartz-Museums mit der Expressionisten-Sammlung des Kölner Juristen Joseph Haubrich bildete die Basis für die Sammlung zeitgenössischer Kunst und wurde ebenfalls in das Museum Ludwig integriert.
Das Museum sammelte konsequent weiter zeitgenössische Kunst. Das jüngste Werk war immer erst ein paar Monate alt. So gelangten auch deutsche Kunst der 70er und 80er Jahre sowie internationale Tendenzen und Installationen der jüngeren Avantgarde ins Museum Ludwig.
1986 wurde das Gebäude zwischen Dom, Rhein und Hauptbahnhof eröffnet. Es beherbergte das Wallraf-Richartz Museum, das Museum Ludwig und die Philharmonie. Im Januar 2001 zog das Wallraf-Richartz Museum in einen eigenen Bau und die Kunst des 20. Jahrhunderts und der Gegenwart hat nun ca. 8000 m² Ausstellungsfläche zur Verfügung.
Seit November 2000 ist Kasper König Direktor des Museum Ludwig. Sein Name steht für Großausstellungen wie "Westkunst", "von hier aus" und "skulptur.projekte Münster". Er will das Museum Ludwig international positionieren und einen Dialog zwischen Besuchern und Kunst ermöglichen. „Das Museum soll nicht besucht, sondern benutzt werden, denn es gehört allen und keinem".
Als Ersatz für den Botanischen Garten am Dom, der 1857 dem Bau des Hauptbahnhofes weichen musste, wurde dieses Ensemble von Landschaftsgärten im Stil des Historismus gedacht. Geplant von Peter Josef Lenné und initiiert durch eine private Initiative wohlhabender Kölner Bürger, wurde der Garten als Aktiengesellschaft 1864 eröffnet.
Wasser-Kaskade
Auf circa 5,5 Hektar können Sie durch die Geschichte der Gartenkunst flanieren: der Eintritt erfolgt durch eine historische Toranlage, flankiert von zwei Torhäuser in das Parterre des Französischen Barock mit Fontäne und Wechselbepflanzung. Der Englische Garten ist geprägt von Solitärgehölzen aus dem Originalbestand, der Garten der Italienischen Rennaissance beeindruckt durch Hainbuchen-Laubengänge, die Wasser-Kaskade und dem (noch zu restaurierenden) Flora-Tempel.
Im Umfeld der historischen Landschaftsgärten sind außerdem ein Heidegarten, der Farngarten, ein Duftgarten für Blinde und Sehende, der Mittelmeergarten, die Schattenstauden und der große Flora-Weiher auf dem Areal der Flora arrangiert.
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